Goetz Steeger USER

Goetz Steeger: User // Label // Vertrieb: plattenbau // www.plattenbau.de // Best.- Nr.: 11027

Zum Album

User ist ein komplettes Ein-Personenprojekt, enstanden in den Jahren 2010/11. Der eigens gewählte Klassifizierungsbegriff „Prop“ versteht sich als konstruiertes Mischwort, zusammengesetzt zum einen aus Pop, im Sinne von gängigen Songstrukturen mit entsprechender Klangtapete; zum anderen aus dem abgehangenen Begriff Prog, der hier für den Anteil an instumentalen Ausuferungen und atonalen Einschüben steht, mit der die schillernde Pop-Deko  nachhaltig durchsetzt wird.

Das Benutzen unterschiedlicher musikalischer Materie und die daraus entstehenden Stilbrüche und Gegensätze dienen aber auch als Kulisse für die Texte: Beobachtungen des Mit und Ohneeinanders im neoliberalen Spät-Individualismus im ersten Teil; Assoziationen zu existentiellen Themen wie Ende und Anfang in der zweiten Hälfte des Albums.

Zwischen den Songs gibt es immer wieder instrumentale Miniaturen („Tschüs Zeitung“, „Neulich in der Kurmuschel“, „Idiotenvorspiel“), die vorherige Motive wieder aufgreifen oder eine Sequenz  des nächsten Songs vorwegnehmen. Die längeren Stücke des Albums folgen einerseits dem dramaturgischen Strang der Texterzählung („Klara und Jörn“, „Nordseeinternat Almost Revisited“) .

An anderer Stelle sucht sich die Musik ihre eigene  Reiseroute („Taumelnder Glückspilz“) durch diverse musikalische Schichten: von melancholischen Tango nuevo- Harmonien bis zu Musique Concrète, elektronischem Free Jazz bis hin zu Fragmenten moderner Kammermusik.

 

Musik und Text: Goetz Steeger
Nordseeinternat Almost Revisited gesprochen von Siri Keil
Gemischt und gemastert von Wolfgang Helpsing
Coverdesign: Daniela Jurgens
Frontcover- Bild: Contemplando/ Mischtechnik auf Karton von Christina Kaul www.christinakaul.de
Zeichnung: Neulich in der Kurmuschel von Mona Al-Habib/Nmeir


Dank an: Siri Keil, Kai Degenhardt, Alexandra Bialas, Alfred Rucker, Gudrun, Annemarie, Gerhard, Regina, Daniela, Ria und allen , die an der Entstehung des Albums mitgewirkt haben.

Goetz Steeger User

Hörproben

Auswahl

User
Der Letzte Lebende Akku
Idiotenvorspiel
Tal Der Idioten
Riesenkrabben Im Keller Des Erzbischofes
Nordseeinternat Almost Revisited
Fenster
Tschüs Zeitung
Vom Himmel Gefallen
Akku Reloaded
Taumelnder Glückspilz
Episode 1
Klara Und Jörn
Neulich In Der Kurmuschel
Ende Der Geschichte

Texte

user

Eigentlich war es mir zu blöde,
Dann klickte ich doch auf "Akzeptieren"
Das war der erste große Fehler,
Aus dem Alle anderen resultieren

Jeder Fehler eine Bombe,
Die sich mit Nummer präsentiert,
Aber die Bombe explodiert nicht,
Nein, Das überlässt sie mir

Niemand kann mir den Krieg erklären, ich bin schließlich nur Rekrut,
Vom hysterischen Klumpen upgegradet zum Idiot,
Der sich wichtig fühlt in seinen kleinen Kommandokompetenzen,
wo er wählen darf, ob vor dem schließen sichern oder canceln

I'm a User, I lost everything that's near to me
I'm a User, things are not, what they appear to be
We're all users, supported by the ultimate solution
To make idiots out of you and me

Wir brauchen kaum etwas zu wissen,
Nur wohin man als Nächstes klickt
Den Rest besorgen unsere Herdentreiber
XYOSPX

Wir sind alle ihre Schafe
Einstein, Picasso, Che Guevara,
Ob tot oder lebendig, echt oder mit falschem Namen
Everybody is thinking different, but we're doing all the same
Jeder hält sich für besonders und alle haben the same Problem

Ihr seid alle meine Freunde
Ich blog euch zu mit jedem Scheiß
in unserer weltoffenen Gemeinde,
Gibt Jeder Alles von sich preis

Stuhlgang, Konsumverhalten,
Krankheitsverläufe, Zwangsvollstreckungen
Es beruhigt die Schafe,
Ihre Ähnlichkeiten zu entdecken
Wird Alles ausgewertet
Und in jede Datenbank gesteckt,
Für den Fall, dass doch Jemand
die ganze Herde weckt

Der letzte lebende Akku

Jetzt ist der Akku vom iPod endgültig leer!
Ausgerechnet mitten in meinem Lieblingssong,
Wo der Typ singt, wie er an seiner eigenen schlechten Haut verzweifelt,
Aber sich dann im Spiegel vom hässlichen Monster zur blendenden Schönheit verwandelt
Nur in seinen Augen natürlich, weil er gelernt hat zu sehen, was er sehen will
Und er singt die ganze Zeit von sich, seinem Schmerz, seinem Glück - Gefühle tief wie Krater

Weißt du, durch diesen Song habe ich gelernt,
Dass in allem Hässlichen etwas Wunderbares, Großartiges steckt,
Wenn man den richtigen Blick dafür hat
Zum Beispiel ein Atompilz am Horizont:
Wenn man weit genug weg ist, kann man seine perfekte, vollendete Schönheit erkennen.

Und auch hier: Wasser, nichts als Wasser
Und wie erhaben das glänzt, wenn die Sonne darauf scheint
Und das tut sie nur für uns, exclusiv
Ausgerechnet mit dir hier allein im ewigen Watt,
Das ist dermaßen absurd, das kann man keinem erzählen! Wem auch?
Und es ist doch auch scheißegal, wie lang kann das jetzt noch dauern,
Je schneller, desto besser!

Wenn der verdammte iPod wenigstens noch ginge
Mit Mucke könnte man sich ab und zu ein bisschen einbilden,
Hier nur Cybermäßig unterwegs zu sein.
Ist dir eigentlich bewusst, dass das vorhin das letzte Mal war,
Dass je ein Mensch Musik gehört hat und dieser Mensch war ich
Reiner Zufall zwar, aber immerhin!

Immerhin sind wir hier zu zweit, ich und du, oder ? – sag doch was
Ist das nicht vielleicht unsere große Chance, der totale Neuanfang
Und es liegt jetzt an uns, wie es diesmal läuft,
Wir sind bestimmt, das ist es!

warum sagst du denn nichts?

Sag doch was

Du, ich glaube ich werde jetzt beten
Wenn doch bloß der Akku vom iPod noch ginge

Tal der Idioten

Du hast recht, du hast recht
Es ist tatsächlich eine Zumutung, sich mit mir zu streiten
Aber kennst du das nicht, wenn man merkt,
Wie einem beim Reden die Züge entgleiten,

Dass jedes gesprochene Wort wie von selbst
aus dem Ruder gerät,
Bis der Kopf so sehr dröhnt,
Dass man nicht mal sein eigenes Gestammel versteht

Das ist jetzt keine Taktik, ich hab keine Wahl,
Ich muß die Sitzung vertagen
20 Runden um den Block
werde ich mindestens brauchen zum Gespenster verjagen

Man sagt, so was legt sich mit zunehmendem Alter
Aber meine Chemie findet immer den Schalter

Doch ich bin nicht im Labor, wo man die schlechten Komponenten rausätzt
Ich lebe hier unten im Tal der Idioten, es gibt mich nur als Ganzes

Mein Selbstmitleid stinkt bis zum Himmel,
Das musst du mir nicht jedes Mal sagen
Ich werde es ja wohl wissen,
Schließlich muß ich mich selbst lebenslänglich ertragen

Dein bewährtes Rezept ist Verständnis und Zuspruch,
Rotwein eher meine Tendenz
Dann erzähle ich alte Anekdoten mit neuen Wendungen,
Die du noch nicht kennst

Manchmal reden wir noch ein bißchen über Diesen und Jenen,
Ich finde sie alle zum Kotzen
Du merkst an, dass mich das nicht davon abhalten kann,
Mit Jedem freundlich zu floskeln

Klassenreflexe, die mich selber ja stören
Du nennst es Feigheit und das trifft es mehr

Dabei dürfte ich als Kreativer auch zerknittert auf jeder Schweinehochzeit tanzen
Hier unten im Tal der Idioten, als Teil vom Ganzen

Ja, ja, der Richtige im Falschen,
Der alle Mühe damit hat, den Verhältnissen zu trotzen
Du hast Recht, wenn Du lachst
Und auch mit deiner Bemerkung, ich sei doch erwachsen

Und ja, ich sollte auch etwas Mühe darauf verwenden,...

Nordseeinternat almost revisited

Er ist fast eine Stunde zu spät. Genau wie früher, wenn ihr euch nachmittags am Wäldchen zum Kiffen verabredet hattet, um danach am Kiosk, gegenüber vom
Schuleingang, eine Palette Bier zu holen und in Richtung Einkaufspassage zu schlurfen. Sich ein bisschen anglotzen lassen, ab und zu eine kleine Rempelei – Öffentliches Ärgernis, das war euer Sektor im Tourismusangebot.
Manchmal kam der Dorfbulle - "Platzverweis", für euch endlich ein Grund zur Aufregung. " Ihr Vollpfosten, merkt ihr überhaupt was?" oder "Ich bin nix, ich kann nix, gib mir eine Uniform!" Das waren kostbare Momente, wie Trophäen. Auf dem Rückweg habt ihr vor Freude gesungen und Laternen ausgetreten.
Ihm war es scheißegal, ob ihr anschließend Hausarrest bekamt, je eher er fliegen würde, desto besser. Hat ja dann auch bald geklappt, nach dem Feuer im Fahrradschuppen. Sein Abgang wurde im Internat Legende, wie er dem Tutor das Heft hingeknallt hatte und ihm "weiterhin angenehme Verwesung" wünschte.

Ein verdreckter, leicht verbeulter BMW kommt mit Vollbremsung direkt vor deinen Füßen zum Stehen. Laut lachend und dir den Fuckfinger entgegenstreckend steigt er aus, kickt die Tür mit dem Fuß nach hinten zu. "Chaostage im Nordseebad!" "Deine Schleuder?", fragst du. "Hat mir mein Alter abgetreten, weil er sich einen Neuen gekauft hat. Los steig ein!"
Als du kurz nach dem Losfahren mit der Faust gegen die mit Gaffa-Tape festgeklebte Konsole schlägst, weil der CD Player klemmt, sagt er : "Mach das gefälligst bei deiner eigenen Karre!"
Das kanntest du von ihm. Zwischen bekifften Witzen, kumpelhaften in die Seite kicken oder den Arm um Einen legen, kam auf einmal ein Spruch wie von der Konzernleitung, treffsicher platziert, um die Verhältnisse mal wieder zurechtzurücken und es hat immer geklappt. Eine trübe Brühe von Angst, auf das passende Signal dressiert, brach den Damm und suppte dann in dein System. Du warst wütend, ohne wirklich sagen zu können warum und stammeltest meist irgendwas Absurdes, das wohl komisch sein sollte, um damit der Situation zu entkommen.

Neu ist dieser selbstmitleidig glänzende Blick, als hätte Jemand seine tiefsten Empfindungen missachtet. Es ist die Wahrhaftigkeit seines Überdrußes, den nur der kennt, der haben kann, was er will; ein über Generationen gewachsener kultureller Instinkt, der sich gerne großzügig gibt, und dann von einem Tölpel enttäuscht wird, der glaubt, er könne sich hier in seinem Auto genauso aufführen wie er.
Diesmal sagst du gar nichts, auch das ist neu.
"Das erste was wir machen, ist dem Internatsleiter an die Haustür pissen!" Der Tacho zeigt 200km/h an, ein Opel vor euch wird von der Überholspur gedrängt. Der Fahrer, ein älterer Mann mit Schiffermütze flucht und sieht dabei aus wie ein Rottweiler. "Das sind sie, die Spießer und Hausmeister. Die können nur Regeln befolgen und Leuten wie uns im Weg rumstehen."
Er zeigt ihm den Mittelfinger, genauso wie vorhin dir.
Du fragst ihn, ob er rechts ranfahren kann. "Wieso denn?" Du fragst ihn noch mal, und als du die Tür von außen zuschlägst, fährt gerade der Opel mit der Schiffermütze vorbei.

Fenster

Streubombe oder Lunchpaket
Partyzone oder Kriegsgebiet,
Kommt darauf an, wie man die Kamera hält

Drohne oder Satellit
Luftangriff, Friedensgebet,
Je nachdem, wer welches Bild bestellt

Seltsam im Nebel zu wandern,
Wo Eines aussieht wie das Andere
Wo Geisterhände die Kulissen schieben
Und dahinter die Geschwader fliegen

Komm, wir suchen uns ein Fenster,
Wo kein Kommandant entscheidet,
Was wir sehen und was nicht

Wo kein Hofberichterstatter
Tote aus den Bildern schneidet
Und die Einschläge verwischt

Ja, die Mandate sind robust,
Die Datentresore auch,
Trotzdem genügt ein windiger Moment

Und die Depeschen schwirren ans Licht
So dass jede Farce von Menschenrecht
Im Scheinwerfer verbrennt

Komm wir öffnen uns ein Fenster,
Wo keine Hofromantiker
Im Unabänderlichen rühren

Wo keine auf prekär getrimmten Käfigtiere
Sich auf die Rampe locken lassen,
Und sich selbst stigmatisieren

Dort wo sich Ungecastete
Mit Ungeduldeten
Die Beats und die Mikrofone teilen

Ohne Dizzerei und Gangbangtiraden,
Aber aufgeladen mit allem,
Was sich auf Zukunft reimt

Komm wir öffnen uns ein Fenster
Nur ein Lufthauch,
und das nächste Stück Tapete bröckelt ab

Wie das Letzte mit dem Bild vom Helden,
Der die megabösen Heuschrecken
Aus der Blühenden Landschaft jagt

Altpapier wird hochgewirbelt,
Dahinter brennen am Horizont
Die Banken in Athen

Im Spiegel toter Glaspaläste
Kann man die Flammen
Von Davos bis London City sehen

Vom Himmel gefallen

Tausend tote Vögel sind vom Himmel gefallen
Da wo sie liegen ist es still,
Und der, der in die Nähe kommt,
fängt leise an zu zählen:
Die Wolken, die Kadaver, die Stunden, Minuten

Taumelnder Glückspilz

Wir waren in die Dämmerung geraten,
Lachten hysterisch, so als machte Das immun
Gegen das klare, kalte Licht des neuen Tages
Beim nächsten Halt dann war die Zeit für dich gekommen

Ich sah dich noch durch die Bahnhofshalle laufen,
Die Türen knallten und der Zug fuhr wieder an
Du wolltest bloß mal zwischendurch nach draußen
Ab da warst du für immer aus der Bahn

Ein letzter Kuss von dir erreichte mich von weitem,
Lange Zeit bist du noch hinterher gerannt
Ich sah dich taumeln und dann fingst du an zu gleiten,
Und aus deinem Kuss wurde Gesang

Klara und Jörn

Du sagtest: Hallo, ich heiße Klara, früher war ich Jörn
Drehtest die Musik auf, wohl um die Reaktionen nicht zu hören
Musik war immer deine Rettung, hielt dir die Stimmen vom Leib
Aber das eine "Hallo Jörn" reichte schon, dann war es wieder soweit

Es hakte sich fest in deinem Kopf und ließ dich nicht mehr in Ruhe
Weckte alte Stimmen wieder auf und andere Neue kamen dazu
Sprachen alle durcheinander, aber darin einig waren sie sich:
Clara will ihr Leben leben, aber wir, wir wollen das nicht!

Als deine Mutter dich erwischte beim Kleider anprobieren,
Baute Vater dir den Keller aus mit separater Eingangstür
Dort lehntest du dann an der Heizung, und konntest jedes Wort verstehen,
Wie schlimm das für sie ist und wie sehr sie sich für dich schämen
Wenn du es nicht mehr hören konntest, drehtest du die Heizung auf
Und mit der Wärme kam das Rauschen und die Stimmen hörten auf

Der Sommer rückte näher und die Heizung blieb jetzt stumm
An einem Junimorgen war die Zeit für dich gekommen
In Minirock und High Heels kamst du in die Stadt,
Und wohntest gleich beim Ersten, der dich mitgenommen hat

Der war permanent betrunken, ihr lagt da und glotztet fern
Einmal grabschte er dich an, du sagtest: "Ab jetzt bin ich für dich Jörn"
Er strich dir übers Haar und zog eine Grimasse,
Du fingst an zu lachen und er reichte dir die Flasche

Dann wurde er auf einmal dünner und stand nur noch selten auf
Und irgendwann hörte er einfach so zu atmen auf
Leere war das Einzige, was er dir hinterließ,
In die sich Stimmen nisteten, du wehrtest dich intravenös
Ein paar von seinen Freunden haben dir die Munition verkauft
Und mit der Wärme kam das Rauschen und die Stimmen hörten auf

Du bliebst in seiner Wohnung und auch die Freunde zogen ein
Die waren Alarmanlagenkundig, kamen in jede Apotheke rein
Eines Nachts bekamt ihr unerwarteten Besuch
Die Anderen landeten im Knast und du kamst auf Entzug

Das endlose Frieren und Kotzen ging irgendwann vorbei,
Danach hast du dich entschlossen, nur noch Clara zu sein
Halbtags in der Putzkolonne, Wohnung 160.- warm
Abends hörtest du John Coltrane und fingst mit dem Malen an

Du verschenktest deine Bilder, stelltest sie sogar mal aus
Kauftest ein zwei Kleider, trautest dich auch abends wieder raus
Deine neuen Freunde setzten auf Vollkommenheit und Glück,
Und mit deinem ersten Mantra kamen die Stimmen wieder zurück
Eine neue Episode, wieder ein paar Wochen stationär
Du kamst kurzatmig wieder, jeder Handgriff fiel dir schwer

Von Pillen aufgedunsen, dein Motto hieß jetzt Schritt für Schritt
Aber geblieben war dein Lachen, wer es hörte, lachte mit
Wer dich jetzt mit Kindern spielen sah und deinen trockenen Witz verstand,
Dessen Tränenwasser reichte nicht, als man dich vor der Heizung fand


Das Ende der Geschichte

Du machst die Tür auf und trittst ein, hier ist es jahrelang schon Nacht
Ein parfümierter Muff  nebelt dich ein, der dich zum Bestandteil macht
Du glaubst Figuren zu erkennen, doch die gehen in der Dunkelheit verloren
Du kannst es nicht benennen, aber irgendetwas geht hier vor

Die Wände hier sind kalt, Du tastest Dich entlang
Deine Hände suchen Halt, ein Fenster, das man öffnen kann
Der Boden knarrt unter deinen Schritten, so, als wäre er aufgewacht,
Als gäbe es nach all den Jahren der Stille endlich einen neuen Tag

Ein Wind weht durch den Raum, und schiebt dich sachte voran
Direkt hin zum Fenster, und du öffnest den Vorhang
Und für den Bruchteil des Momentes kannst Du sie alle plötzlich sehen,
Bevor sie dann im Licht zerfallen, und der Wind den Staub verweht

Den Strategen, der stets wusste, wo er seine Schocks platziert,
jetzt denkt er nach, wie man hier schnell noch einen Kurzschluss inszeniert

Den Befindlichkeitsapostel mit den Händen vor dem Gesicht,
der im Dunkeln tappend immer warnte vor einer allzu klaren Sicht

Die  steinerne Vollstreckerin, majestätisch bleich wie nie,
deren letzte Worte lauten: „There is no such thing as me“

Es scheint Dir fast, als wären sie Alle dankbar, endlich zu verschwinden,
ihr ersehntes Ende der Geschichte, deine kann beginnen!

 


Zur Person

 

Goetz Steeger: seit langer Zeit mit verschiedenen eigenen Bands tätig, deren Bekanntheitsgrad sich meistens im Rahmen einer kleinen Interessengemeinde abspielte.

80er Jahre: Thyll (Hamburger Fusion/Avant-Garde Quartett), Chillam Ballam (argentinisch/deutsches Latin- Jazz Kollektiv)
außerdem: Instrumentalstudium Perkussion, Mitmusiker für diverse Tourneen anderer Künstler;
90er: die Goetzen (laute Gitarren, punknaher Gestus), Whacking Shillelaghs (Songs mit überwiegend akkustischem Instrumentarium)
ab 2000: Rotes Haus (2 Alben auf Pläne Records, touren in Schweiz, Oesterreich und Deutschland, überwiegend im linken Umfeld bekannt),

2006 – 2008 als Produzent und Musiker u.a. auf Franz Josef Degenhardt's letzten 2 Alben tätig;
2008 – 2009 Gastmitglied bei der Hamburger Americana-Band Acadian Post
Zusammenarbeit mit Kai Degenhardt als Musiker und Produzent auf dem Album "Weiter Draussen",
ausserdem Instrumentalunterricht für diverse Instrumente, sowie Musikfeatures als freier Radioautor

Presse

Presseinfo

Presseinfo[PDF]

„Was sich auf Zukunft reimt“
Artikel über das Album von Kai Degenhardt [PDF]

Bestellen

CD Bestellung

Versand- und Zahlungsweise
Die CD's werden gegen Rechnung zum Preis von 13 EUR mit der Post versandt.
Für Verpackung und Porto wird je Sendung eine Pauschale von 2,50 EUR berechnet. Bei Sendungen ins Ausland erhöht sich dieser Betrag entsprechend den tatsächlichen Portokosten.

E-Mail

Kontakt / Impressum

c/o plattenbau
Hohe Weide 41
20253 Hamburg
Telefon: +49 40 4220417
Telefax: +49 40 42935141
E-Mail

Design: Creative Flow Template, überarbeitet und angepaßt von webvorhersage.de